Info

Geschichte zum Anfassen, mit dem Schwerpunkt der Luftbrücke von 1948/1949, bzw. der Swing-Musik Epoche in der Nachkriegszeit mit: Fashion, Beauty, Lesungen, Vortrag, Musik, Tanz sowie einer einzigartigen „Verlade-Aktion“ mit CARE und frischen Brötchen der Bäckerei Wulff (aus Neuenhagen) und der Reenactment Szene! 

Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung vom Rathaus Reinickendorf, basierend auf einer Idee von JS. Strauss/Capital Swing Events aus dem Jahr 2017. 

 

Ein Teil unseres Orga.-Teams mit Kooperations- u. Gesprächspartnern.

Für die freundliche Unterstützung bedanken wir uns 2019 besonders bei der US Botschaft Berlin, VFW Berlin, Alliierten Museum Berlin und CARE.

    

Für die Unterstützung der Veranstaltung 11.05.2018 bedanken uns vor allem bei dem Luftbrücke Frankfurt-Berlin 1948-1949 e.V. ,  Stiftung Luftbrückendank und dem Museum West Alliierte in Berlin e.V.  sowie dem Centre Francais Berlin. Photos vom Mai 2018 sind (im „Archiv) bei facebook.

 

Wir möchten auf eine Sonderausstellung im Westerwald hinweisen, „A Piece of the Rhine“, Kurator und Buchautor Dr. Paul Dahms.

Event Botschafterin und „Candy Girl“ der Luftbrücke Frau Vera Mitschrich
(von JS. Strauss, Berlin)

Durch die Kriegswirren wurde die Familie Mitschrich aus Berlin evakuiert und so wurde die jüngste Tochter Vera, südöstlich von Berlin, in Friedland 1943 geboren. Doch bereits 1944 lernte die kleine Vera Friedenau kennen. Friedenau liegt in Berlin Steglitz, was nach dem Krieg im amerikanisch besetzten Sektor lag. Aufgrund der russischen Blockade konnten Vera und ihre sieben Jahre ältere Schwester Gertraud all die großen Flugzeuge beobachteten, die, in der Zeit der Luftbrücke nach Tempelhof, rein in die Stadt, flogen. Diese Transportflugzeuge brachten (1948-1949) Lebensmittel und andere Versorgungsgüter in die Stadt. Vera hatte immer große Freude den Fliegern zuzuschauen. Vor allem, wenn Col. Gail Halverson nach Berlin reinflog und diese kleinen Fallschirmchen vom Himmel regnen lies. Er war der „Candy Bomber“ Pilot, der den Berliner Kindern sein Kommen avisierte, indem er mit den Flügeln (der Douglas C 47) wackelte. Deshalb nannten ihn die Kinder oft „Onkel Wackelflügel“. Manchmal landete die Schokolade für die Kinder in den Bäumen, die entlang des Flugfeldes wuchsen. Dann kletterte entweder Gertraud oder der Papi in die Bäume, um die herabgeworfene Schokolade rauszuholen. Die CARE Paket hingegen wurden nach Haus geliefert. Vera sagt, dass da zum Beispiel fürchterlich schmeckende Trockenkartoffel drin war, Milchpulver und „Nestlé Powder“. Klar hat Vera gern ihre Hand in die Dose gesteckt. Und Mutter versteckte deshalb die Lebensmittel. Auch war mal ein Stück Stoff im CARE Paket. Daraus machte Veras Mutti u.a. eine Schleife für Veras lange Haare. (Diese Schleife sieht man auf dem Einschulungs-Foto.) Und etwas Schokolade, aus dem CARE Paket, war auch in der Schultüte, gleich ganz oben drauf, in der Tüte. Auch das prägte Vera, die Schokolade der Firma Hershey’s. Leider sind diese Flugzeuge, die „Rosinen Bomber“ gelegentlich abgestürzt. Auch zwei Straßen weiter, in der Handjerystraße, sind Piloten gestorben. Vera Mitschrich ging nach der 9 Klasse ab und 1958 begann sie eine Lehre, ihre Ausbildung zur Frisörin. „Wir fühlen uns sehr sicher, da wir im Ami-Sektor (Berlins) wohnten. Wenn die Amerikaner mit dem Bus aus Zehlendorf kamen, hatten sie oft Kaugummi bei. In der Schloßstraße (in Steglitz) gingen sie nicht nur einkaufen sondern besuchten den Titania Palast. In diesem Theater waren oft die Sonderkonzerte der Armee für die Soldaten.“ Große Namen wie z.B. Hank Williams traten hier schon in der Zeit der Luftbrücke auf. „Wenn sie dann nach dem Theaterbesuch raus kamen hatten sie immer irgendetwas für uns dabei, wie z.B. „Double Bubble“ Kaugummi.“

1961 lernte Veras Schwester Gertraud einen Hauptmann der US Army kennen, einen stolzen Käpt’n. Es dauerte nicht lange und beide heirateten. Doch er wurde zurück in die USA berufen und so folgte Gertraud im nach Amerika. Nun war die große Schwester so weit weg, was Vera nur schwer verkraftete. 1965 heiratete Vera ihren Udo, einen Gastronom, der ein tolles Restaurant in Berlin führte. Doch die Sehnsucht nach ihrer Schwester wurde immer größer und so besuchte Vera oft ihre Schwester. Das erste Mal im Supermarkt in Florida entdeckte Vera Regale voll mit Hershey‘s und kaufte reichlich ein. 1974 nahm sie erstmalig ihren Sohn Chico mit nach Florida. Schließlich kam die Rente und die Mitschrichs kauften sich in Anna Marie Island (Florida) direkt am Strand ein Apartment. Und wieder hatte Vera alle die Amerikaner um sich und fühlte sich wieder sicher. Wie sie älter wurden, wollten sie zurück in die Heimat, zurück nach Berlin. Aber Vera fliegt natürlich immer noch nach Florida. Denn mittlerweile hat sie auch Familie in den USA. Ihr Neffe war 20 Jahre Polizist bei der Air Force, State Trooper on the Highway. Natürlich spricht er auch Deutsch, das ist doch klar.

Vera freut sich jedes Jahr, wenn sie ihre Einladungen bekommt, um an den Gedenkfeiern der Luftbrücke teilzunehmen. Da kann sie alle wiedersehen – und wieder die Amerikaner um sich rum zu haben. So blieb der Kontakt über die Jahre erhalten und auch die positiven Erinnerungen und Gefühle blieben frisch. In Frankfurt am Main hat sie so viele neue Freundschaften geschlossen, dass Vera auch heute noch dankbar ist, dass es die Luftbrücke gab und dass man sie noch heute feiert. Dort in Frankfurt wurde Vera zum ersten Mal „Candy Girl“ genannt, was ihr unglaublich viel Wärme ins Herz brachte. Vera: “I’m so proud of you all. And God bless you!” Seit 2018 ist Vera Mitschrich Event-Botschafterin der Veranstaltung “Großes Alliierten-Fest” in Berlin Reinickendorf.